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Forschung

Das Forschungsprofil des Fachs Evangelische Theologie bündelt sich im Programm einer "Theorie des Christentums". Damit ist eine doppelte Zielsetzung verbunden. Zum einen gilt es, vor dem Hintergrund des spannungsvollen Zusammenhangs von Christentum und Neuzeit und angesichts des zunehmenden religiösen Pluralismus die kulturprägende Kraft des Protestantismus auch für die gegenwärtige Welt und Gesellschaft sichtbar zu machen. Andererseits hat die Evangelische Theologie die Glaubens- und Lehrinhalte des Christentums so zu entfalten, dass ihr wirklichkeitserschließendes und lebensgestaltendes Potential deutlich wird.

Das Institut für Evangelische Theologie legt  in seinen verschiedenen theologischen Disziplinen einen Schwerpunkt auf die gemeinsame Erforschung theologischer Umformungsprozesse und Umbrüche in Krisenzeiten: Im Alten Testament geht es zentral um die Frage, wie die Niederlage Judas 578 v. Chr. theologisch bewältigt wurde und welche Konsequenzen dieser Umbruch für das soziale Gefüge der damaligen Gesellschaft und die Theologiegeschichte - insbesondere den Monotheismus - hatte. 

Im Bereich der Kirchengeschichte stehen die Folgen für Kirche und Theologie der nationalsozialistischen Zeit sowie der 1960er und '70er Jahre im Mittelpunkt; insbesondere gilt es, die breitere Politisierung des Protestantismus in der Bundesrepublik Deutschland als Teil einer sich politisierenden Gesellschaft zu untersuchen und Wechselwirkungen wie Besonderheiten aufzuzeigen. 

Vor dem Hintergrund der tiefgreifenden Sprach- und Plausibilitätskrise der Gegenwart untersucht die Systematische Theologie die tiefgreifenden Umformungsprozesse, denen das Christentum mit dem Übergang in die Neuzeit ausgesetzt ist, um so das Bewusstsein zu schärfen für die historisch gewachsene Vielfalt der eigenen Überlieferungsbestände und die Aufgabe ihrer kritisch-konstruktiven Reformulierung unter den Bedingungen der Moderne. 

Die Religionspädagogik erforscht die religiösen Lernprozesse in ihrer Interdependenz schulischen, familiären, gemeindlichen und gesellschaftlichen Lernens. Dabei sind die Situation des weltanschaulichen Pluralismus - insbesondere der veränderte Umgang mit abendländisch-christlicher Tradition - sowie das Verhältnis zu anderen Religionen, besonders zum Islam, wichtig.